09. September 2026 | Manuela Azim Zadeh

Solar-Nachfrage im ersten Halbjahr 2026: März-Spitze und deutliche regionale Unterschiede

Photovoltaikanlage.at analysiert 5.520 Angebotsanfragen im ersten Halbjahr 2026. Das Anfragevolumen lag insgesamt 11,7 % unter dem Niveau des von Sondereffekten geprägten Vorjahreszeitraums.

Im ersten Halbjahr 2026 gingen über Photovoltaikanlage.at insgesamt 5.520 Angebotsanfragen ein. Das waren 11,7 % weniger als im Vergleichszeitraum 2025. Der Rückgang ist jedoch vor dem Hintergrund besonders hoher Werte Anfang 2025 zu betrachten. Damals fiel die starke Nachfrage zeitlich mit dem bevorstehenden Ende des Nullsteuersatzes für begünstigte Photovoltaikanlagen zusammen.

Das Wichtigste in Kürze

Technologie-Schwerpunkt: 5.185 Anfragen beziehungsweise 93,9 % entfielen auf Photovoltaikanlagen. Solarthermie, Speicherinteresse und Beratung machten zusammen 6,1 % aus.

Monatliche Entwicklung: Der März 2026 war mit 1.746 Anfragen der stärkste Monat im gesamten Vergleichszeitraum H1 2025 und H1 2026. Auch im April lag das Anfragevolumen über dem Vorjahreswert.

Regionale Nachfrageintensität: Pro Kopf führte das Burgenland mit 111,7 Anfragen je 100.000 Einwohner knapp vor Niederösterreich mit 102,3. In absoluten Zahlen lag Niederösterreich vorn.

Anfrageprofil: 95,9 % der Anfragen kamen von Privatpersonen. Unternehmen und Eigentümergemeinschaften gehören ebenfalls zur Zielgruppe der Plattform, spielten im ersten Halbjahr 2026 jedoch eine deutlich kleinere Rolle.

Weniger Anfragen als 2025 – aber kein gleichmäßiger Rückgang

Von Jänner bis Juni 2026 gingen über Photovoltaikanlage.at insgesamt 5.520 Angebotsanfragen ein. Im ersten Halbjahr 2025 waren es 6.254. Das entspricht einem Rückgang von 11,7 %. Die Entwicklung verlief dabei nicht in allen Monaten gleich: Im März und April lagen die Anfragezahlen über dem Vorjahresniveau, in den übrigen vier Monaten darunter.

Besonders stark fiel der Anstieg im März aus. Mit 1.746 Anfragen wurde der höchste Monatswert der beiden Vergleichszeiträume erreicht: 47,7 % mehr als im März 2025. Auch im April lag das Anfragevolumen mit 1.022 Anfragen deutlich über dem Vorjahreswert von 757, was einem Plus von 35,0 % entspricht.

Grafische Darstellung der monatlichen Entwicklung der Angebotsanfragen im 1. Halbjahr 2025 und 2026 auf Photovoltaikanlage.at.

Abbildung 1: Monatliche Angebotsanfragen im Vergleich, H1 2025 und H1 2026 , Quelle: Auswertungen der Anfragen auf Photovoltaikanlage.at

Der hohe Anfragewert im März ging dem ersten EAG-Fördercall 2026 voraus, der vom 23. April bis 11. Mai 2026 lief. Die zeitliche Nähe deutet auf einen möglichen Zusammenhang hin.

Der Vorjahresvergleich braucht Kontext

Der Rückgang gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 ist vor dem Hintergrund eines auffällig starken Vorjahreszeitraums zu betrachten. Der Nullsteuersatz für begünstigte Photovoltaikanlagen endete grundsätzlich am 31. März 2025; für Verträge, die vor dem 7. März 2025 geschlossen wurden, galt eine Übergangsregelung. Die bevorstehende Änderung könnte dazu beigetragen haben, dass Projekte und Angebotsanfragen in die ersten Monate des Jahres 2025 vorgezogen wurden. (Quelle: Bundesministerium für Finanzen – Steuersatz für Photovoltaikmodule)

Auch die Daten der E-Control zeigen für das erste Quartal 2025 ein deutlich höheres Niveau bei PV-Netzanschlussanträgen als ein Jahr später. Netzanschlussanträge und Angebotsanfragen auf Photovoltaikanlage.at sind zwar nicht unmittelbar vergleichbar, die Daten stützen jedoch die Einordnung, dass der Vorjahreszeitraum durch besondere Rahmenbedingungen geprägt war. (Quelle: E-Control, Quartalsbericht Erhebung Netzanschluss Q1/2026)

Regionale Verteilung der Anfragen 

Von den 5.520 Angebotsanfragen im ersten Halbjahr 2026 konnten 5.516 einem Bundesland zugeordnet werden. In absoluten Zahlen kamen die meisten Anfragen aus Niederösterreich (1.770), Oberösterreich (1.225) und der Steiermark (923). Diese Rangfolge hängt jedoch wesentlich mit der Bevölkerungsgröße der Bundesländer zusammen.

Für einen Vergleich der Nachfrageintensität ist daher die Zahl der Anfragen je 100.000 Einwohner aussagekräftiger:

Grafische Darstellung der Auswertung der Angebotsanfragen unter Berücksichtigung der Einwohnerzahl je Bundesland auf Photovoltaikanlage.at im 1. Halbjahr 2026.

Abbildung 2: Angebotsanfragen je 100.000 Einwohner nach Bundesland , Quelle: Auswertungen der Anfragen auf Photovoltaikanlage.at, Statistik Austria

Hier lag das Burgenland mit 111,7 Anfragen vor Niederösterreich mit 102,3. Wien (16,3) und Vorarlberg (10,9) wiesen die niedrigsten Werte auf.

Fasst man die Bundesländer nach der von Eurostat verwendeten NUTS-1-Systematik zu drei Großregionen zusammen – Ostösterreich (Burgenland, Niederösterreich, Wien), Südösterreich (Kärnten, Steiermark) und Westösterreich (Oberösterreich, Salzburg, Tirol, Vorarlberg) –, zeigt sich ein differenziertes Bild, je nachdem, welche Kennzahl man betrachtet:

Grafische Darstellung der Auswertung der Angebotsanfragen auf Photovoltaikanlage.at nach Großregionen

Abbildung 3: Angebotsanfragen nach Großregionen, absolut und je 100.000 Einwohner, H1 2026 ; Quelle: Auswertungen der Anfragen auf Photovoltaikanlage.at

In absoluten Zahlen führt Ostösterreich klar vor Westösterreich und Südösterreich. Pro Kopf kehrt sich das Bild jedoch um: Südösterreich erreicht mit 73,8 Anfragen je 100.000 Einwohner den höchsten Wert der drei Großregionen, vor Ostösterreich (59,9) und Westösterreich (52,0). Der Grund dafür liegt im Burgenland: Es weist mit 111,7 Anfragen je 100.000 Einwohner den höchsten Bundesländer-Wert auf (siehe Grafik oben), wird aber durch Wien mit nur 16,3 innerhalb derselben Großregion Ost rechnerisch ausgeglichen. Dadurch fällt der Regionsdurchschnitt niedriger aus, als der Bundesländer-Spitzenwert vermuten lässt.

Die Daten zeigen deutliche regionale Unterschiede bei den Anfragen. Welche Faktoren dafür ausschlaggebend sind, lässt sich aus den vorliegenden Daten jedoch nicht eindeutig ableiten. Neben der tatsächlichen Nachfrage könnten beispielsweise auch die regionale Reichweite und Bekanntheit von Photovoltaikanlage.at eine Rolle spielen.

PV und private Haushalte prägen die Nachfrage

Photovoltaikanlagen standen klar im Mittelpunkt: 5.185 Anfragen beziehungsweise 93,9 % aller Anfragen bezogen sich auf PV-Anlagen. Weitere 148 Anfragen (2,7 %) betrafen Solarthermie. Bei 187 Anfragen wurde im Formular Beratung, eine noch offene Entscheidung oder Stromspeicher angegeben.

Auch bei den Kundengruppen zeigt sich ein eindeutiges Bild: 5.294 Anfragen beziehungsweise 95,9 % kamen von Privatpersonen. Unternehmen stellten 181 Anfragen (3,3 %), Eigentümergemeinschaften 45 Anfragen (0,8 %).

Grafische Darstellung der Auswertung der Anfragen nach Kundengruppe und Anlagentyp im 1. Halbjahr 2026 auf Photovoltaikanlage.at

Abbildung 4: Angebotsanfragen nach gewünschter Anlagenart und Kundentyp ; Quelle: Auswertungen der Anfragen auf Photovoltaikanlage.at

Speicherinteresse noch nicht vergleichbar

Die Auswahloption „Stromspeicher“ wurde erst im Laufe des Berichtszeitraums in das Vermittlungsangebot aufgenommen. Die bisher erfassten Speicheranfragen decken daher kein vollständiges Halbjahr ab und sind weder mit den übrigen Anfragekategorien noch mit künftigen Halbjahreswerten direkt vergleichbar.

Eine eigenständige Auswertung des Speicherinteresses ist vorgesehen, sobald die Daten für einen vollständigen Berichtszeitraum vorliegen.

Fazit und Ausblick

Im ersten Halbjahr 2026 gingen auf Photovoltaikanlage.at weniger Angebotsanfragen ein als im Vergleichszeitraum 2025. Der Rückgang verlief jedoch nicht gleichmäßig: Der März 2026 war der stärkste Monat im gesamten Vergleichszeitraum, und auch im April lag die Zahl der Anfragen über dem Vorjahreswert. Bei der Einordnung des Halbjahresvergleichs ist zu berücksichtigen, dass das Auslaufen des Nullsteuersatzes im März 2025 die Nachfrage zu Jahresbeginn 2025 beeinflusst haben könnte.

Regional kamen die meisten Anfragen aus Ostösterreich. Pro Kopf lag hingegen Südösterreich vor Ost- und Westösterreich. Photovoltaikanlagen und private Haushalte prägten die Nachfrage auf der Plattform deutlich.

Die Ergebnisse beschreiben ausschließlich die Angebotsanfragen auf Photovoltaikanlage.at und sind nicht repräsentativ für den gesamten österreichischen PV-Markt. Sie liefern jedoch Hinweise darauf, wie sich das Interesse an PV-Projekten auf der Plattform über die Zeit und zwischen Regionen entwickelt.

Für das zweite Halbjahr 2026 ist eine gesonderte Auswertung der Speicheranfragen vorgesehen, sobald dafür ein vollständiger Berichtszeitraum vorliegt. Darüber hinaus soll untersucht werden, ob sich rund um den zweiten und dritten EAG-Fördercall Veränderungen bei den Plattformanfragen zeigen. Künftige Halbjahresberichte sollen die Entwicklung fortlaufend dokumentieren und längerfristige Vergleiche ermöglichen.

Datengrundlage und Methodik

Ausgewertet wurden 5.520 Angebotsanfragen, die von Jänner bis Juni 2026 über Photovoltaikanlage.at eingingen. Davon konnten 5.516 einem Bundesland zugeordnet werden; vier Anfragen waren regional nicht eindeutig zuordenbar. Die Angaben zur gewünschten Anlagenart, zum Kundentyp und zum Standort beruhen auf den Einträgen im Anfrageformular.

Die Ergebnisse beschreiben ausschließlich die Nachfrage auf Photovoltaikanlage.at. Sie sind nicht repräsentativ für den gesamten österreichischen Photovoltaikmarkt und ersetzen keine amtliche Marktstatistik. Die Pro-Kopf-Berechnung basiert auf dem vorläufigen Bevölkerungsstand von Statistik Austria zum 1. Juli 2026.

Monatszahlen im Überblick

Zeitraum

H1 2026

H1 2025

Veränderung

Gesamt

5520

6254

-11,7 %

Jänner

930

1392

-33,2 %

Februar

822

1287

-36,1 %

März

1746

1182

+47,7 %

April

1022

757

+35,0 %

Mai

491

798

-38,5 %

Juni

509

838

-39,3 %

Quelle: Auswertungen der Anfragen auf Photovoltaikanlage.at. Prozentwerte gerundet.

Externe Quellen

Steuerlicher Kontext: Bundesministerium für Finanzen – Steuersatz für Photovoltaikmodule. Quelle online

Fördertermine: EAG-Abwicklungsstelle – 1. Fördercall 2026 für Photovoltaik und Speicher. Quelle online

Bevölkerungsdaten: Statistik Austria – Bevölkerung zu Jahres- und Quartalsanfang. Quelle online

Markteinordnung: Bundesverband Photovoltaic Austria – Daten und Fakten zum PV-Zubau. Quelle online

Netzanschlussdaten und PV-Zubau: E-Control – Quartalsbericht Erhebung Netzanschluss 2026, Berichtszeitraum Q1/2026 (Stand: 22. Mai 2026). Quelle online

Regionale Gliederung: Statistik Austria – NUTS-Systematik und Zuordnung der Bundesländer zu Ost-, Süd- und Westösterreich. Quelle online

Über Photovoltaikanlage.at

Photovoltaikanlage.at ist eine österreichweite Vergleichs- und Vermittlungsplattform für Photovoltaik-, Stromspeicher- und Solarthermieprojekte. Private Haushalte, Unternehmen und Eigentümergemeinschaften können über die Plattform Angebote von passenden Fachbetrieben aus ihrer Region anfragen und vergleichen. Für Installationsbetriebe bietet die Plattform einen zusätzlichen Zugang zu konkreten Projektanfragen.

Photovoltaikanlage.at ist ein Service des norwegischen Technologieunternehmens Nettbureau AS mit Hauptsitz in Oslo. Nettbureau entwickelt und betreibt digitale Vergleichs- und Vermittlungsplattformen in mehreren europäischen Märkten. Nach Unternehmensangaben ist Nettbureau in 14 Ländern aktiv und beschäftigt mehr als 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Stand: September 2026).

Photovoltaikanlage.at veröffentlicht Analysen zu Nachfrageentwicklungen und regionalen Trends im österreichischen Photovoltaikmarkt und unterstützt Medien mit Daten und Einordnungen. Weitere Informationen: photovoltaikanlage.at/presse

Pressekontakt

Manuela Azim Zadeh

E-Mail: manuela@nettbureau.no